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Grundsteuerreform 2022: Immobilien- und Grundbesitzer aufgepasst!

Grundsteuerreform 2022

Immobilien- und Grundbesitzer aufgepasst: Die Grundsteuer wird reformiert!


Jeder Immobilieneigentümer ist verpflichtet, in den nächsten Monaten eine Erklärung zur Feststellung des Einheitswertes abzugeben. Da für alle Immobilien einige Daten und Unterlagen zusammengetragen werden müssen, ist dies mit einem großen Aufwand verbunden und erfordert frühzeitiges Handeln.


STATUS QUO:

Die Grundsteuer wurde bisher in einem mehrstufigen Verfahren berechnet. Maßgebend war der Einheitswert, der durch die Finanzämter für das jeweilige Grundstück gesondert festgestellt und mit einer gesetzlich festgelegten Steuermesszahl multipliziert wurde. Auf den so berechneten Steuermessbetrag wendete die Gemeinde, in deren Bereich das Grundstück lag, ihren jeweiligen Hebesatz an. 

Ursprünglich war vorgesehen, dass alle 6 Jahre die Einheitswerte im Rahmen einer Hauptfeststellung ermittelt werden. Tatsächlich fand jedoch die erste und letzte Hauptfeststellung für alle Grundstücke im Jahr 1964 statt, in den Neuen Bundesländern sogar zuletzt im Jahr 1935.

Die durch die Anwendung des veralteten Einheitswerts entstandenen Wertverzerrungen waren erst für den Bundesfinanzhof zweifelhaft und schließlich für das Bundesverfassungsgericht nicht mehr hinnehmbar. Ein z.B. im Jahr 2015 errichtetes Gebäude ist nach den gleichen Merkmalen wie ein 1964 bzw. 1935 errichtetes Gebäude bewertet worden. Die deutlich gehobene Ausstattung blieb bisher unberücksichtigt. Das Bundesverfassungsgericht erklärte daraufhin die Vorschriften zur Einheitsbewertung für verfassungswidrig und verpflichtete den Gesetzgeber zur Neuregelung der Einheitsbewertung. 

Der Gesetzgeber hat schließlich reagiert und den neuen Hauptfeststellungszeitpunkt auf den 01.01.2022 bestimmt. Dies ist der Zeitpunkt auf den die Bewertung der Immobilie/des Grundstücks zu erfolgen hat.


WIE SIEHT DIE NEUREGELUNG AUS?

Im Prinzip ändert sich durch die Reform nicht besonders viel. Die Grundsteuer orientiert sich weiterhin am Grundstückswert, der Grundsteuermesszahl und den Hebesätzen der Gemeinden. 

Allerdings anders als bisher, hängt der Grundstückswert bspw. nun auch vom Bodenrichtwert und den statistisch ermittelten Netto-Kaltmieten ab, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Die Fläche des Grundstücks, die Art des Gebäudes und das Gebäudealter stellen für die Ermittlung des Wertes ebenfalls relevante Größen dar. Zwar hat der Gesetzgeber ein „Bundesmodell“ zur Berechnung der Einheitswerte entwickelt, allerdings obliegt die Berechnung den jeweiligen Bundesländern, sodass die Berechnungsmethodik teilweise von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist.

Der Abgabezeitraum für die Feststellungserklärung des Einheitswertes ist vom 01.07.2022 bis 31.10.2022. Vorher müssen in ganz Deutschland rd. 36 Mio. Feststellungserklärungen erstellt werden. Bis Ende 2023 sollen schließlich alle Erklärungen durch die Finanzverwaltung bearbeitet und die neuen Einheitswerte/Grundbesitzwerte festgesetzt werden.

Da durch die Grundsteuerreform keine erhebliche Mehrbelastung auf die Grundstückseigentümer zukommen soll, sollen erst im Jahr 2024 die Grundsteuer-Hebesätze überprüft und angepasst werden. 

Ab 2025 soll dann die Grundsteuerfestsetzung anhand der neu ermittelten Einheitswerte/Grundbesitzwerte erfolgen. Geplant ist, dass im Anschluss daran eine Neubewertung in einem 7-Jahres-Zyklus erfolgen soll.


WAS IST NUN ZU TUN?

Für die Neuberechnung der Grundbesitzwerte sind in den nächsten Wochen und Monaten einige Unterlagen und Informationen zusammenzutragen, um die Werte in die Feststellungserklärung (Steuererklärung) zu überführen sowie diese in dem o.g. 4-Monatszeitraum elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln.


WIE KÖNNEN WIR SIE DABEI UNTERSTÜTZEN?

Wir können für Sie folgende Dienstleistungen erbringen:

  • Koordinierte Zusammenstellung der notwendigen Unterlagen in Abhängigkeit unterschiedlicher Grundstücksarten (unbebautes Grundstück, ETW, LuF-Betrieb, Gewerbeimmobile, etc.)
  • Berechnung der neuen Einheitswerte nach länderspezifischen Berechnungsmodellen
  • Erstellung der Feststellungserklärung inkl. aller notwendigen Anlagen 
  • Pünktlicher Versand der Erklärung auf elektronischem Weg (zwingend) an das Finanzamt mittels spezieller Software
  • Prüfung von Steuerbescheiden, Abrechnungsbescheiden und anderen Verwaltungsakten im Rahmen der Grundsteuerwertfeststellung sowie Erhebung der Grundsteuer
  • Klärung von Rückfragen durch das Finanzamt, ggfs. Vor-Ort-Termine mit dem Finanzamt
  • Ggfs. Führung von Einspruchsverfahren

 

Wenn Sie möchten, dass wir Sie bei der Ermittlung der neuen Grundsteuer und Abgabe der Feststellungserklärung unterstützen sollen, freuen wir uns über eine entsprechende Kontaktaufnahme über die Email-Adresse: grundsteuer@navigator-gruppe.de oder telefonisch über einen unserer Standorte.

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